Programm
Stand: 1.12.2005
Deutsche Arbeitslosen Partei - DAP
Inhaltsverzeichnis:
Seite
1. Unser
Grundsatz: Arbeit muss geteilt werden 2
Bedingungsloses Grundeinkommen
für alle
deutschen
Staatsbürger
2. Unsere
Meinung zu den Linken 2
3. Unsere Meinung zu den
Gewerkschaften 3
4. Unsere Alternativen 4
4.1 Arbeit
muss geteilt werden 4
4.2 Senkung
der Sozialabgaben 5
4.3 Senkung
der Staatsquote 6
5. Bürokratieabbau und Stärkung
des Klein- und Mittelstandes 7
5.1 Insolvenzschutz
für Kleinunternehmer 7
5.2 Bürokratieabbau 7
5.3 Rechtssicherheit 8
5.4 Entlastung
des Klein- und Mittelstandes 8
6. Alternativen zu Hartz IV 8
7. Diskussionspunkte 9
1. Arbeit muss
geteilt werden
Bedingungsloses
Grundeinkommen für alle deutschen Staatsbürger
Wir haben im Folgenden einige Gedanken niedergeschrieben, wie nach unserer
Meinung die Arbeitslosigkeit bekämpft werden muss. Dabei ist uns klar, dass
nicht alles kurzfristig umgesetzt werden kann. Darum geht es auch nicht.
Wichtig ist, dass sich die Betroffenen selbst zu einer Opposition formieren und
beginnen, ihre Interessen zu vertreten und Widerstand zu organisieren. Dieser
Widerstand muss sich gegen die gegenwärtige Politik richten, die keine neuen
Arbeitsplätze schafft, sondern nur an den Arbeitslosen und sozial Schwachen
spart.
Es wird viele Leute geben, die sagen werden, diese und jene Vorschläge
lehnen sie aus bestimmten Gründen ab. Das können wir akzeptieren, wenn diese
Leute bessere Vorschläge machen. Was wir nicht akzeptieren können, ist die
jetzige Politik, die ernsthaft behauptet, die Einführung des Alg II sei
alternativlos.
Diese Politik basiert auf der Tatsache, dass aus dem Teil der
Gesellschaft, der von Arbeitslosigkeit betroffen ist (dazu gehören auch die
Sozialhilfeempfänger, Geringverdiener, Minijobber usw.) der wenigste Widerstand
kommt. Und damit haben die Politiker bis jetzt ja auch recht. Wenn 20 Prozent
der Bevölkerung von Arbeitslosigkeit betroffen ist, heißt das auch, dass 80
Prozent der Menschen noch Arbeit haben. Für diese Mehrheit wird zurzeit von den
Parteien und Gewerkschaften Politik gemacht. Und wenn sich die Minderheit, die
ständig anwächst, nicht wehrt, wird sich daran auch nichts ändern.
Inzwischen ist der Teil der Bevölkerung, der von den negativen Folgen der
Arbeitslosigkeit betroffen ist, längst so groß, dass er unter den Bedingungen
der Demokratie, die wir haben, seinen Einfluss deutlich geltend machen kann.
Selbst wenn er nur ganz egoistisch fordert, einen fairen Anteil am
gesellschaftlichen Reichtum erhalten zu wollen. Zurzeit wollen die
Arbeitsplatzbesitzer den Arbeitslosen aus verständlichen Gründen weder von
ihrer Arbeitszeit noch von ihrem Lohn abgeben. Stattdessen herrscht in einem
Teil der Gesellschaft die Ansicht, dass es legitim ist, wenn Arbeitslose nur
ein geringes Entgelt erhalten. Dabei interessiert es nicht, dass Arbeitslose an
ihrer Situation nichts ändern können, weil zu wenig Arbeit da ist, geschweige
denn, dass sie aus nicht selbst verschuldeten Gründen ihre Arbeit verloren
haben.
Ein wesentlicher Teil der Gesellschaft wird an der Teilhabe
ausgeschlossen. Das kann und darf nicht so bleiben.
Der erste Schritt zur Veränderung dieser Situation muss der Stopp der von der
Regierung beschlossenen Arbeitsmarktreformen sein. Es darf nicht bei Harz IV
bleiben und zu weiteren Einsparungen kommen. Dafür wollen wir uns gemeinsam mit
vielen Betroffenen, aber auch mit Menschen, die heute noch nicht davon
betroffen sind, aber diese Zustände ändern wollen, einsetzen. Arbeit muss
geteilt werden. An diesem Grundsatz kommen wir heute nicht vorbei. Wir müssen
die Realitäten der heutigen Weltwirtschaftsordnung sowie ihre politischen
Hintergründe erkennen und daraus entsprechende Schlussfolgerungen ziehen. Wenn
wir das nicht tun, wird die Schere zwischen Arbeitsplatzbesitzern und
Arbeitslosen immer größer und es entsteht sozialer Sprengstoff. Die Konflikte,
die wir heute im Großen zwischen der so genannten zivilisierten Welt, den
reichen Industriestaaten, wozu auch die BRD gehört und der Menschheit, die in
der Dritten Welt leben muss, haben, werden sich ansonsten etwas abgewandelt
bald in unserem Land abspielen.
Da für die Umverteilung der Arbeit im Sinne einer
solidarischen Arbeitsteilung ein längerer Zeitraum benötigt wird, fordern wir
als Sofortmaßnahme für alle deutschen Staatsbürger von Geburt an ein
bedingungsloses Grundeinkommen, auch als Ersatz für das Alg2.
2. Unsere Meinung zu den "Linken"
Vieles, was die "Linken" sagen und wollen, halten wir für
richtig und sinnvoll, von bestimmten extremen Positionen abgesehen. Da sich die
linken Ideen in absehbarer Zeit aber mit Sicherheit nicht durchsetzen lassen,
nutzen sie den zurzeit von Arbeitslosigkeit Betroffenen nichts.
Auch hat die Erfahrung in der jüngeren Geschichte mit den Ländern des
sozialistischen Wirtschaftssystems bzw. den kommunistischen Diktaturen die
linken Ideen diskreditiert. Die Verstaatlichung der Großbetriebe, die
Enteignung der "Reichen" usw. hat die Gesellschaft insgesamt
nicht verbessert. Die linken Ideen setzen offensichtlich einen anderen,
einen besseren Menschen (nicht egoistisch, solidarisch denkend, immer das Wohl
der ganzen Gesellschaft im Blick) voraus, den es aber in absehbarer Zeit nicht
geben wird.
Es hat sich gezeigt, dass die Abschaffung des Unternehmertums für die
wirtschaftliche Entwicklung offenbar sogar negativ war. Der Kampf gegen die multinationalen
Konzerne wird solange erfolglos bleiben, solange eine Mehrheit in den
westlichen Industriegesellschaften von den Ungerechtigkeiten in der Welt
profitiert. Einige Vorstellungen der "Linken", die in unserem
bestehenden Wirtschaftssystem praktikabel sind und positive Wirkungen hätten,
werden jedoch von uns unterstützt. Dazu gehört beispielsweise die
Wertschöpfungsabgabe, die von der PDS propagiert wird.
3. Unsere Meinung zu den Gewerkschaften
Die Gewerkschaften sind die Interessenvertreter der Arbeitsplatzbesitzer.
Das ist auch gut und richtig so. Da es zwischen den Arbeitslosen und den
Arbeitsplatzbesitzern aber objektive Interessenunterschiede gibt, können sie
nicht gleichzeitig die Interessenvertreter der Arbeitslosen sein. Im Zweifelsfall
werden sich die Gewerkschaften immer für die Interessen der
Arbeitsplatzbesitzer entscheiden. Einige Regelungen im Arbeitsrecht, die von
den Gewerkschaften erkämpft wurden und früher sicher auch für die Arbeitnehmer
positiv waren und ihre Berechtigung hatten, sind heute aus der Sicht der
Arbeitslosen kontraproduktiv bzw. ungerecht. Beispielsweise der
Kündigungsschutz in seiner bestehenden Form oder die 100prozentige
Lohnfortzahlung bei Krankheit.
Zurzeit sieht es so aus, als ob die Gewerkschaften sogar bereit sein
werden, lieber für das gleiche Geld mehr zu arbeiten als für etwas weniger Geld
weniger zu arbeiten und dadurch die vorhandene Arbeit zu teilen. Frei nach dem
Motto, den Arbeitsplatz gilt es zu verteidigen, egal um welchen Preis.
Selbstverständlich können wir nachvollziehen, dass jeder, der Arbeit hat, diese
auch unbedingt behalten möchte. Die Frage ist nur, ob der Weg dazu die
Mehrarbeit sein kann. Wir meinen: Nein. Arbeit muss geteilt werden, um mehr
Arbeitsplätze für mehr Menschen erhalten zu können.
Die zurzeit besonders von den Gewerkschaften geführte Diskussion zur
Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland (speziell nach Osteuropa) ist auch
nicht sehr zukunftsweisend. Weder die Polen noch die Tschechen sind schuld an
der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Die Bundesrepublik mit ihrer
exportintensiven Wirtschaft wird sogar besonders von der EU-Erweiterung
profitieren. Entscheidend ist doch nur, wie der Vorteil, den Deutschland
dadurch erzielen kann, verteilt wird.
Nachteilig wirkt sich auch das Verhältnis der Gewerkschaften zu den
Großkonzernen aus, in deren Aufsichtsräten die Gewerkschaftsfunktionäre sitzen.
Die Politik der Gewerkschaften (und der SPD) im Sinne der Beschäftigten in den
Konzernen und für die Konzerne selbst geht zu Lasten der Arbeitslosen sowie des
Klein- und Mittelstandes.
Besonders das Prinzip der prozentualen tariflichen Lohn- und
Gehaltserhöhungen, von den Gewerkschaften seit Jahrzehnten praktiziert, wirkt
sich in der heutigen Arbeitsmarktsituation sehr negativ aus. Dadurch haben die
Arbeitnehmer mit höheren Einkommen immer viel dazu bekommen, aber die
Arbeitnehmer, die sowieso schon wenig verdienten, entsprechend weniger Zuwachs
in ihrer Lohntüte erhalten. D.h. die Differenz zwischen den Einkommen wurde
immer größer, obwohl der Unterschied in der Qualität und dem Ergebnis der
Arbeit immer gleich blieb.
4. Unsere Alternative
Auffallend ist, dass alle Aktivitäten zum Thema Arbeitslosigkeit und
Sozialabbau von Gewerkschaften bzw. von Linksradikalen dominiert werden. Es
geht immer darum, Forderungen an die bestehenden Parteien und Gewerkschaften zu
stellen, damit diese "doch bitte" eine andere Politik machen sollen.
Wir denken, auch Demonstrationen sind letztendlich nur Bittgänge, ohne den Sinn
und die Wirksamkeit von Demonstrationen allgemein bestreiten zu wollen.
Unsere Erkenntnis ist eindeutig. Die Arbeitslosen (bzw.
Sozialhilfeempfänger, Geringverdiener, Minijobber usw.) können und müssen eine
eigene politische Kraft werden, um ihre Interessen notfalls auch gegen die
Interessen der Arbeitsplatzbesitzer durchzusetzen. Nicht länger Bittsteller bei
den vorhandenen Parteien und Gewerkschaften sein, die im Bundestag an den
Hebeln der Macht sitzen, sondern gleichwertiger Verhandlungspartner. Durch
Argumentieren und Diskutieren kann man offensichtlich nichts mehr erreichen.
Glücklicherweise leben wir in einer Demokratie. Erst wenn man ernsthaft
versucht, den jetzigen Bundestagsabgeordneten ihre geliebten Mandate streitig
zu machen, werden sie sich in eine andere Richtung bewegen.
Deshalb haben wir eine eigene Arbeitslosenpartei
gegründet. Die Zeit dafür ist optimal. Ab 2006 müssen die Arbeitslosen mit
einer eigenen Interessenvertretung zu den Landtags- und Bundestagswahlen antreten. Wir wollen keine Utopien, keine
linksradikalen und anarchistischen Spinnereien, sondern ernsthafte Alternativen
zur gegenwärtigen Politik, die nichts für die Arbeitslosen tut. Wir wissen: Arbeit muss geteilt werden. Eine andere Alternative gibt es
nicht. Das notwendige Wählerpotential ist vorhanden und wird mit Einführung des
Arbeitslosengeldes II im Rahmen von Hartz III+IV noch anwachsen.
Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass es kein ewiges
Wirtschaftswachstum geben kann. Das wäre aus vielen Gründen auch nicht
erstrebenswert.
Ursachen für die Arbeitslosigkeit sind nach unserer Meinung vor allem
folgende:
1. Ständig
steigende Produktivität, auch bei stagnierendem Wirtschaftswachstum.
2. Die
Arbeitskosten sind zu teuer, nicht in dem Sinne, dass die Bezahlung zu hoch ist,
sondern dass der Unterschied zwischen Brutto und Netto zu hoch ist. Dabei sind
nicht die Steuern, sondern die Sozialabgaben das Problem und zwar nicht nur der
Teil, den die AN zahlen müssen, sondern auch der Teil, den die AG bezahlen.
3. Das vorhandene
Prinzip der staatlichen Umverteilung (von allen wird genommen, allen wird
gegeben), ist eine riesige Wertevernichtung und muss beendet werden. Sie nutzt
nur noch denen, die von dieser Umverteilungsbürokratie leben (Politiker,
öffentlicher Dienst).
Aus Pkt. 1 ergibt sich für uns ganz
klar nur eine Schlussfolgerung: Das Wichtigste ist, Arbeit muss geteilt werden.
Daneben müssen 2. die Sozialabgaben und 3. die Staatsquote gesenkt werden.
4.1 Arbeit muss geteilt werden
Zurzeit ist es so, dass immer weniger Menschen immer mehr „leisten“
müssen, wofür sie immer mehr Geld bekommen, von dem sie immer mehr abgeben
müssen, für die, die aus dem Arbeitsprozess ausgeschlossen sind. Deshalb gibt
es nur eine Lösung: Alle arbeiten weniger, natürlich für entsprechend weniger
Geld. D. h. entsprechend der wachsenden Produktivität gibt es nicht mehr Geld,
sondern mehr Freizeit für den Einzelnen (Freizeit ist auch ein wertvolles Gut).
Wenn es parallel dazu gelingt, die Sozialabgaben und die Steuern zu
senken, müssten sich die Nettoeinnahmen nicht in dem Maße verringern wie die
Arbeitszeit. D. h. ohne die Arbeitskosten (Arbeitsstückkosten) zu erhöhen,
könnten sich die Nettoeinnahmen je Zeiteinheit erhöhen. Dadurch könnten alle
sowohl als Leistungsproduzenten als auch als Leistungskonsumenten erhalten
bleiben. Die jetzige Politik hat zum Ziel, dass die Abgaben der Arbeitenden für
die Nichtarbeitenden gesenkt werden. Die Freude der Arbeitenden darüber wird
nur kurz sein, weil die Nichtarbeitenden dadurch als Konsumenten ausfallen
(Prinzip: Autos kaufen keine Autos).
Hauptinstrument zur Verringerung der Arbeitszeit muss neben der
Verkürzung der gesetzlichen Arbeitszeit die Festlegung sein, dass Zuschläge für
Überstunden, Nacht-, Wochenend- und Schichtarbeit nicht mehr in Geldleistungen,
sondern nur noch durch zusätzlichen Freizeitausgleich gewährt werden darf (z.
B. wird für 1 Überstunde 1,25 h auf einem Arbeitszeitkonto gut geschrieben).
Das Prinzip der Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich setzt natürlich
voraus, dass der Grundlohn/Gehalt so hoch ist, dass man auch nach einer
Arbeitszeitverkürzung bei dem herrschenden Niveau der Lebenshaltungskosten noch
angemessen leben kann. Da die Tarifpolitik der Gewerkschaften dazu geführt hat,
dass bei den unteren Einkommensgruppen dies nicht mehr gesichert ist (siehe
oben Pkt. Gewerkschaften), müssen diese entsprechend angehoben werden. Das ist
z.B. dadurch möglich, dass für längere Zeit die unteren Einkommenstarife
schneller steigen als die oberen Einkommensgruppen bzw. nur die unteren Gruppen
steigen.
Falsch ist auch die Einstellung der Gewerkschaften, dass die Arbeitnehmer
an hochproduktiven Arbeitsplätzen (Automaten, Roboter, Computer usw.) viel mehr
verdienen müssen als Arbeitnehmer an weniger produktiven Arbeitsplätzen. Denn
die Produktivität an hochproduktiven Maschinen entsteht nicht durch die
Leistung des Menschen, der die Maschine bedient, sondern durch die Maschine
selbst. Die eigentliche Leistung hat der vollbracht, der die Maschine
entwickelt hat und nicht derjenige, der gerade an der Maschine arbeitet.
Eine Möglichkeit, die Ergebnisse der ständigen Erhöhung der Produktivität
der Gesamtgesellschaft nutzbar zu machen ist z.B. die von der PDS propagierte
Wertschöpfungsabgabe.
4.2 Senkung der Sozialabgaben
Ganz klare Regelungen von Versicherungsleistungen sind
notwendig. D. h. Ausgliederung aller versicherungsfremden Leistungen aus dem
Pflichtversicherungssystem. Dafür keine Staatszuschüsse mehr in die
Versicherungen.
Krankenversicherung
·
Die Vielzahl der verschiedenen
Krankenkassen wird abgeschafft. Dafür wird nur noch eine, evtl. zwei
Krankenkassen zugelassen. Dadurch können mit Sicherheit die Verwaltungskosten
erheblich gesenkt werden.
·
Kürzung der Lohn-/Gehaltszahlungen bei
Krankheit (das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit sondern eine
finanzielle Entlastung für kleine und mittlere Firmen)
·
In der gesetzlichen KV werden nur noch
Kinder und Frauen, die Kinder haben, kostenlos mitversichert (keine kinderlosen
Ehefrauen mehr).
·
Gesundheitsrisiken, die Menschen
bewusst eingehen, müssen privat versichert werden (z.B. Folgekosten nach
Schönheits-OP’s).
Rentenversicherung
Die z. Z. von den bestehenden Parteien geführte Diskussion zum so
genannten "demografischen Problem" ist eine Irreführung der
Bevölkerung, um geplante Einsparungen bei den Rentnern durchsetzen zu können.
Diese Diskussion ist auch deswegen abzulehnen, weil sie zwischen den
Generationen einen Konflikt entfacht, der so nicht notwendig und für ein
gesundes Miteinander äußerst schädlich ist.
Entscheidend für die Bezahlbarkeit der Renten ist nicht das Verhältnis
von Jungen zu Alten, sondern von Arbeitenden zu Nichtarbeitenden. Eine
zahlreiche junge Generation ohne ausreichende Bildung, Ausbildung, Arbeit und
Perspektive trägt nicht zur Lösung der Probleme bei, sondern wird selbst zum
Problem (siehe auch Pkt. Bildung).
·
Durch die Senkung der Löhne/Gehälter
wegen der Arbeitszeitverkürzung sind auf lange Zeit keine Erhöhungen der Renten
notwendig, d. h. die Kosten bleiben stabil.
·
Bei der Zahlung von Witwenrenten
werden eigene Einkommen (auch eigene Rentenansprüche) stärker berücksichtigt.
·
Beendigung aller Formen des
Vorruhestandes oder Vorruhestand für alle unter gleichen Bedingungen
·
Bei der Rentenberechnung werden Kinder
stärker berücksichtigt bzw. zur Einsparung Kinderlosigkeit.
4.3 Senkung der Staatsquote
Öffentlicher Dienst
Es muss eine Verbindung zwischen den Ergebnissen/Folgen des Handelns der
öffentlich Beschäftigten und ihrer Versorgung/Bezahlung hergestellt werden. Solange
falsche Entscheidungen, Behinderung der Wirtschaft durch überzogene Bürokratie,
Verschwendung von Steuermitteln usw. keine Auswirkungen auf die Verursacher
haben, wird sich nichts ändern.
·
Der Staat gewährt seinen Angestellten
nicht mehr Rechte und Vergünstigungen, als er jedem Normalbürger sichern kann.
·
Keine deutschlandweiten Flächentarife
mehr im öffentlichen Dienst. Keine verhandelten Sondertarife mehr. Die
öffentlich Beschäftigten erhalten die statistisch ermittelten
Durchschnittsverdienste für vergleichbare Beschäftigte in der freien Wirtschaft
im betreffenden Territorium (Bundesbedienstete / Bundesrepublik,
Landesbedienstete / Bundesland, Städtische- bzw. Gemeindebedienstete / Stadt
bzw. Gemeinde) unter der Bedingung, dass die gleichen Kündigungsbedingungen
gelten. Wenn im öffentlichen Dienst ein besonderer Kündigungsschutz gilt, sind
bei der Ermittlung der betreffenden Durchschnittsverdienste die Einkommen der
Arbeitslosen zu berücksichtigen.
·
Die Zusatzrentenversorgung für den
öffentlichen Dienst aus Steuermitteln wird abgeschafft. Das ist auch eine Frage
der Gerechtigkeit. Die Renten der Normalbürger sollen ständig gekürzt werden
bzw. verringern sich durch Zeiten der Arbeitslosigkeit. Die Mitarbeiter im
öffentlichen Dienst, die durch ihren besonderen Kündigungsschutz schon einen
Vorteil durch ihre "durchgängige Erwerbsbiographie" haben, können
dann nicht noch eine Zusatzversorgung erhalten.
·
Die Bezahlung der Politiker erfolgt
nach einem festgelegten Vielfachen des Durchschnittseinkommens der Bundesrepublik
bzw. des betreffenden Bundeslandes. Die völlig überhöhten und
leistungsunabhängigen Altersversorgungen werden abgeschafft.
·
Die Einwanderung in die Sozialsysteme
muss beendet werden. Dafür muss die Einwanderung, die im Interesse der
deutschen Wirtschaft und Gesellschaft liegt, erleichtert werden.
·
Alle deutschen Staatsbürger müssen in
Deutschland Steuern zahlen, egal wo sie ihren Wohnsitz haben.
·
Ehegattensplitting nur noch für
Familien mit Kindern, dafür nur noch gleiches Kindergeld für alle statt
Kinderfreibeträge
·
Bürokratieabbau
·
Radikale Vereinfachung des
Steuerrechts. Abschaffung aller Steuervergünstigungen.
·
Radikale Abschaffung von Subventionen.
·
Abschaffung der Wehrpflicht
5. Bürokratieabbau und Stärkung
des Klein- und Mittelstandes
5.1 Insolvenzschutz für
Kleinunternehmer
Gerade im Zuge der Ausweitung der „Ich-AGs„ wird sich ein Mangel noch
stärker bemerkbar machen, der schon heute viele Arbeitsplätze und Existenzen
vernichtet. Die Rede ist davon, dass Auftraggeber nach erfolgter Leistung ihre
Zahlungen verzögern, zurückhalten oder wegen Zahlungsunfähigkeit ganz
unterlassen.
Da wäre zu überlegen, ob nicht ein beim Fiskus angesiedeltes
Factoring-System gegen eine erschwingliche Gebühr das Inkasso übernehmen
sollte. Im freien Markt ist es für die besonders betroffenen Gewerke im
Baubereich nicht bezahlbar wegen der vielen Gewährleistungseinsprüche.
Für Gerichtsprozesse um ausstehende Forderungen sind Zeitbegrenzungen
zwischen Klageerhebung und Prozeßbeginn sowie für die Prozeßdauer einzuführen -
eventuell gestaffelt nach Streitwert.
Der Staat ist auch bei der Eintreibung von zuerkannten Ansprüchen mehr in
die Pflicht zu nehmen. Da der Staat von den Unternehmern zwangsweise Steuern
einzieht, hat er den Unternehmern im Gegenzug auch eine Dienstleistungspflicht.
Ausreden wie der Hinweis auf mangelnde Kapazitäten können nicht gelten. Wegen
der Wichtigkeit des Problems sind notfalls die Kapazitäten im Justizapparat
umzustrukturieren.
Es ist zu prüfen, ob Regelungen möglich sind, die z.B. im Bauwesen
festlegen, dass gelieferte Produkte und Leistungen bis zur erfolgten Bezahlung
Eigentum des Lieferers bleiben.
5.2 Bürokratieabbau
Gesetzliche Regelungen, deren positive Wirkung in keinem vernünftigen Verhältnis
zum bürokratischem Auffand stehen, wie z. B. die Arbeitnehmersparzulage, werden
abgeschafft.
Viel unnötige Mehrarbeit hat ein selbstständiger Unternehmer oder
Freiberufler zu leisten, um das komplexe deutsche Regelwerk deutscher Gesetze
zu erfüllen, wenn er Arbeitsplätze schaffen will.
Alle vom Gesetzgeber verordneten Arbeiten, die im Zusammenhang mit der
Beschäftigung von Mitarbeitern stehen - wie z.B. Lohnsteuerabführung,
Sozialabgabenabführung, Berufsgenossenschaften - Beitrags- und Insolvenzgeldumlageabführung,
U1/U2-Umlageabführung, Überweisung von Lohnpfändungen, Bausparbetragsabführung,
Bereitstellung von betrieblich abgesicherter Altersvorsorge, Bereitstellung von
Sicherheitsbeauftragten usw. usw. - werden vom Staat durch den Unternehmer unentgeltlich
verlangt.
Forderung muss deshalb sein, dass jede vom Unternehmer für den Staat
ausgeführte Tätigkeit mit einem (minimalen) Prozentsatz der Transaktionssumme
vergütet wird oder mit einem Pauschalsatz je Mitarbeiter. So hat der Staat ein
großes Interesse an der Vermeidung von solchen Tätigkeiten bzw. wird der
Einsatz von zusätzlichen Mitarbeitern gefördert.
U1 -
Kleinunternehmerlohnfortzahlungsversicherung
U2 -
Kleinunternehmermutterschaftsgeldversicherung
5.3 Rechtssicherheit
Steuergesetze und Abgabenregelungen, die sogar mitten im Jahr geändert
werden, stellen eine unzumutbare Belastung für Einzelunternehmer dar. Gesetze
über Scheinselbständigkeit, Aufhebung und Wiedereinführung von Minijobs usw.
haben unerträgliche Mehrarbeit verursacht.
Die Forderung lautet, dass Neuregelungen immer nur zum Jahreswechsel mit
mindestens einem Jahr Vorlaufzeit eingeführt werden dürfen.
5.4 Entlastung des Klein- und Mittelstandes
Alle Zwangsmitgliedschaften werden abgeschafft. Das gilt für
Organisationen wie IHK, Berufsgenossenschaften, Handwerkskammer, gemeinnützige
Urlaubskassen einzelner Gewerke usw. Wenn diese Organisationen meinen, dass sie
für ihre Mitglieder eine wichtige Leistung erbringen, werden sie ihre Kunden
davon überzeugen können, freiwillig einzutreten.
Zum Beispiel ist der Sinn der Berufsgenossenschaften bzw. der kommunalen
Unfallkassen neu zu überdenken. Diese haben ein Monopol und sehen sich keinem
Wettbewerbszwang unterworfen. Sie haben alle Möglichkeit, unsinnige Auflagen zu
erlassen, ohne über die Folgekosten Rechenschaft ablegen zu müssen. Das ist
eine Bürokratie, die vollkommen undurchsichtige Beitragsgelder erhebt.
Zum Beispiel haben sich die Beiträge für die Insolvenzgeldumlage stark
erhöht, weil die Berufsgenossenschaften für die Bundesagentur für Arbeit
Zwangsbeiträge für die Mitarbeiter von Pleitefirmen kassieren, die noch
ausstehende Entgeldforderungen haben. Die Kosten der Insolvenzen von Großfirmen
oder Konkurrenzfirmen werden somit von Kleinunternehmern mitbezahlt.
Alle Leistungen für Kleinunternehmerlohnfortzahlungen,
Kleinunternehmermutterschaftsgeldzahlungen, Zahlungen für Unfallfolgen,
Insolvenzausfallgelder usw. sollten von den gesetzlichen Krankenversicherungen
auf reduziertem Niveau oder direkt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe aus
Steuergelder finanziert werden.
6. Alternativen zu Hartz IV
Die Notwendigkeit von Hartz IV wird von den Politikern damit begründet,
dass das jetzige System nicht mehr finanzierbar ist. Die Einschnitte bei den
Leistungen für Arbeitslose werden damit begründet, dass dafür Steuergelder
eingesetzt werden müssen. Und sie, die Politiker, sehen es als ihre Pflicht
gegenüber den Steuerzahlern an, mit den ihnen anvertrauten Steuergeldern
möglichst sparsam umzugehen.
Diese Sicht gibt die Wirklichkeit der finanziellen Verhältnisse nicht
richtig wieder. Die entscheidende Teilung der Gesellschaft ist nicht die
Teilung in Steuerzahler und Leistungsempfängern aus Steuermitteln, sondern die
Teilung der Gesellschaft in Mehrwerterarbeitern und Transferleistungsempfängern.
In unserem Gemeinwesen gibt es einen riesigen Überhang an
Transferleistungsempfängern, denen eine Minderheit von Mehrwertschöpfern
gegenübersteht, die mit Einkommensteuern und Sozialabgaben alle anderen direkt
oder indirekt finanzieren. Nur Warenproduktion, Warentransport und Warenverkauf
generieren einen Mehrwert, den man effektiv über Steuern „angemessen„
abschöpfen kann. Aus diesen abgeschöpften Steuern muss die gesamte, immense
Transfergeldwirtschaft betrieben werden. (Parallel dazu läuft die Entwicklung,
dass der Anteil der aktiven Bevölkerung ständig zurückgeht, während der passive
Teil überproportional wächst.)
Zu der Transfergeldwirtschaft bzw. den Transfergeldempfängern gehören
neben den Arbeitslosengeld-, -hilfeempfängern und Sozialhilfeempfängern die
Parteien, die Legislative, die Exekutive, die Jurisdiktion, das Gesundheits-
und Pflegesystem, das Bildungssystem und der gesamte öffentliche Dienst, die
öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die Infrastrukturverwalter
(Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungsangestellte), Beschäftigte in
subventionierten Betrieben (Vivento, Steinkohlebergbau, Landwirtschaft, ...)
Rentner, Pensionäre usw. Aber auch Steuerberater und ein großen Teil von
Buchhaltungskräften, die ihre Erwerbsmöglichkeiten nur haben wegen der
komplexen gesetzlichen Regelungen dieser immensen Transfergeldwirtschaft.
Mit welchem Recht werden die einen privilegiert (Beamte, öffentliche
Angestellte, mit öffentlichen Beträgen finanzierte „Freiberufler„, ...), egal
wie viel Transfergeld es kostet, während an den Langzeitarbeitslosen gespart
werden soll?
Zwar sind wir laut Grundgesetz vor dem Gesetz alle gleich, doch wenn es
um die Verteilung von Transfergelder geht, dann gibt es große ungerechte
Unterschiede.
Die einen Langzeitarbeitslosen verplempern als Beamte mit vorzüglicher
Pensionsberechtigung in der Firma Vivento ihre Zeit bis zum Ruhestand, während
andere, die nicht nur in die Arbeitslosenversicherung Jahrzehnte Geld
eingezahlt haben, sondern auch noch mit ihren Steuern die Beamten vergüteten,
nun z.B. als 58er (§ 428 SGB III) vom System betrogen Vermögen aufbrauchen
müssen, um dann mit verkürzter Rente abgefunden zu werden.
In unserem Staat werden Privilegien nach Kriterien verteilt, die sich
jeder Volkskontrolle entziehen. Wenn nun Langzeitarbeitslose, obwohl sie die
ursprünglichen Transfergeldspender gewesen sind, massiv zur Kasse gebeten
werden, warum dann nicht auch die privilegierten Transfergeldempfänger, die
z.B. als Pensionäre noch nie einen direkten Geld-Beitrag für unser Sozialsystem
geleistet haben?
Absurd wird das Ganze, wenn höchst privilegierte Transfergeldempfänger
wie „A28-Ehepaare„ (Er und Sie Studienrat = 2xA14-Besoldung) direkt zur Arbeitsplatzvernichtung
beitragen, indem sie Schwarzarbeit in ihrem Haushalt ausführen lassen oder sich
im Baumarkt mit Materialien versorgen, um in ihrem Heim eigenhändig
"Schwarzarbeit" zu leisten.
7. Diskussionspunkte
Wir müssen
den Politikern für Hartz IV dankbar sein, weil dadurch die Notwendigkeit von
Alternativen für alle Menschen deutlich wird. Jeder Beschäftigte in der
Mehrwert erarbeitenden Wirtschaft kann schon übermorgen im Mehrwert
verbrauchenden Teil der Gesellschaft landen.
Ziel muss sein: Rechtliche Gleichstellung aller Transfergeldempfänger.
Abbau der Privilegien aller, die zufällig im öffentlichen Dienst beschäftigt
sind.
Alternative I
Alle deutschen Staatsbürger erhalten ein bedingungsloses Grundeinkommen,
das auch ein durchschnittliches Wohngeld beinhaltet. Das bedingungslose
Grundeinkommen wird grundsätzlich gezahlt, ungeachtet der Eigentums- und
Einkommensverhältnisse in der Familie. Zur Finanzierung werden sämtliche
Subventionen (Steinkohlebergbau, Landwirtschaft, Vivento, 100 % Bezahlung aller "Arbeitslosen" im
öffentlichen Dienst usw.) gestrichen. Die Betroffenen erhalten stattdessen
ebenfalls das bedingungslose Grundeinkommen.
Alternative II
Alle Langzeitarbeitslosen werden zum 01.01.2007
öffentlich Bedienstete ihrer Wohngemeinden. Die Kosten werden den
Gemeinden im voraus von der Bundesagentur für Arbeit überwiesen.
Alternative III
Im öffentlichen Dienst wird ein System von Jobrotation eingeführt.