Beitrag im Forum zum
BGE auf der WEB-Seite www.elew.de vom
Der komplette Diskussionsverlauf ist im o.g. Forum nachzulesen.
An Kai von der
PsgD in Sachsen
Ihre Meinungsäußerungen
vom
Sehr geehrter
Kai,
Sie sollten
nicht darauf hoffen, dass Leute wie Prof. Werner Initiativen wie uns - die PsgD
und DAP - irgendwie bewußt unterstützen werden. Schon gar nicht finanziell.
Auch andere Sponsoren bzw Geldgeber werden sich nicht bei uns melden.
Jedenfalls nicht so lange, wie wir nicht gewisse Erfolge vorweisen können. Ich
kann das aus mehreren Gründen sogar verstehen.
Ich weiß nicht
wie lange Sie sich schon engagieren. Wir, die Gründer der DAP, machen das schon
fast 2 Jahre. In dieser Zeit haben wir schon viele kommen und gehen gesehen.
Absolute Spinner und gnadenlose Selbstdarsteller. Aber auch Leute, die es sich
leichter vorgestellt haben. Die glaubten, dass die Massen zu ihnen strömen
würden, wenn sie mit ihren guten Ideen erstmal anfangen. Aber guter Wille
reicht oft nicht.
Wie sollen Leute
wie Prof. Werner wissen, wen es zu unterstützen lohnt. Wer „die
Motivierten der Bürgergeldliste“ sind,
wie Sie schreiben. Wie sollen Leute wie Prof. Werner
absichern, dass sie nicht die falschen sponsern. Abgesehen davon, dass man mit Spenden erst rechnen kann wenn man
vom Finanzamt die Berechtigung hat Spendenquittungen auszustellen.
Ich gehe aber
davon aus, dass das Engagement von Herrn Prof. Werner ernst und ehrlich gemeint
ist. Und allein damit ist er uns – PsgD / DAP - schon eine große Hilfe, obwohl
er uns sicher noch gar nicht kennt. Er hat das / unser Thema in die
Öffentlichkeit und in die aktuelle Diskussion gebracht. Der Hauptpunkt, die
Hauptforderung in unserem Wahlprogramm zur Berliner Landtagswahl wird das
Bedingungslose Grundeinkommen für alle deutschen Staatsbürger sein. Deshalb
werden wir auf alle Fälle von den Aktivitäten des Prof. Werner profitieren.
Auch bei Ihren
Aktivitäten ist es sicher von Vorteil, wenn Sie sich auf Persönlichkeiten wie
Prof. Werner berufen können.
Anders sieht es
schon aus bei den Machern von z.B. „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ oder
„Netzwerk Grundeinkommen“. Bei solchen Initiativen scheint es mir nicht so sehr
darum zu gehen, das Bedingungslose Grundeinkommen wirklich einführen zu wollen. Wahrscheinlich glauben
deren Protektoren selbst nicht daran, dass das in absehbarer Zeit wirklich
praktisch möglich sein könnte. Für sie ist es
wohl mehr ein interessantes Gedankenspiel als eine Notwendigkeit.
Für uns ist es
aber Bestätigung dafür, dass unsere Gedankengänge doch nicht so falsch sein
können, wenn Leute mit entsprechendem wissenschaftlichen Hintergrund auf genau dieselben Antworten kommen. In
aller Bescheidenheit, die Thesen von
„Freiheit statt Vollbeschäftigung“ könnten auch von der DAP sein. Einige
dieser Gedanken finden sich schon in unserem ersten Grundsatzprogramm.
Für diese Leute,
das muß man wohl klar sehen, ist dieses Thema aber auch und vor allem Teil ihrer
wissenschaftlichen Arbeit, ihrer beruflichen Karriere und Mittel zum
Einkommenserwerb. Dinge die ich überhaupt nicht kritisiere sondern nur
feststelle.
Für uns, d.h.
die Arbeitslosen, die Geringverdiener usw., ist das Bedingungslose
Grundeinkommen aber von existentieller Bedeutung. Notwendige gesellschaftliche
Veränderungen müssen bzw werden von denen kommen, bei denen die größte
Veränderungsnotwendigkeit besteht. Und das sind Leute wie wir. Wenn nicht wir,
wer dann?
Deswegen scheint
mir Ihre Formulierung mit dem Begriff von der Drecksarbeit auch etwas
unpassend. Ich weiß natürlich, dass Sie das nicht so wörtlich abwertend gemeint
haben. Diese „Drecksarbeit“ ist das wichtigste was z.Z. gemacht werden muß.
Denn notwendige Veränderungen werden nicht die bewirken, die im stillen
Kämmerchen auf höchsten wissenschaftlichem Niveau über Theorien und
Finanzierungsmodelle diskutieren, sondern die, die Wählerstimmen einsammeln.
Und dafür wäre
mehr Geld sicher sehr hilfreich, es ist aber nicht ausschlaggebend. Man kann
Geld durchaus auch durch Einsatz ersetzen.
Bei uns beträgt
der Mitgliedsbeitrag 1 Euro / Monat. Mehr kann natürlich jeder geben. Wir haben
Leute dabei, denen es richtig weh tut, auch nur 2 Euro auf den Tisch zu legen.
Wir haben aber auch Leute dabei die noch Arbeit haben oder andere
Einkommensquellen. Jeder bringt ein was er kann. Oft bringt es mehr, wenn sich
jemand zu regelmäßigen Zettelverteilaktionen meldet, als wenn er seine noch
offenen Beiträge für 2 oder 3 Monate bezahlt.
Ich bin manchmal
erstaunt, wenn uns gesagt wird, ihr habt keine Chance weil ihr nicht genug Geld
habt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand wirklich deshalb öfter gewählt
wird, weil sein mehr oder weniger schönes Photo an 738 Stellen in der Stadt aufgehängt
wurde.
Manchmal hören
wir auch die Bemerkung, dass man keine Chance hat, wenn man es nicht schafft in
die Presse oder in die Medien zu kommen. Was soll das heißen? Wir hören auf uns
zu engagieren weil inzwischen klar ist, dass die Medien uns ignorieren. Das
kann doch wohl nicht die richtige Schlussfolgerung sein.
Wir sind fest
entschlossen, weiter fleißig, mit wenig Geld aber viel Einsatz, zu arbeiten.
Umso größer wird die Aufmerksamkeit sein, wenn vielleicht eine neue Partei, von
der bis dahin noch niemand gehört hat, der nicht ab und zu zum Arbeitsamt oder
Jobcenter muß, wenigstens über 1% kommt. Einige Herren bei uns hoffen sogar,
dass wir in die Nähe von 5% kommen werden. Da habe ich so meine Zweifel. Zum
Anfang würde 1,1% schon reichen.
Dann würde uns
auch ein Herr Prof. Werner ernst nehmen. Und vielleicht sogar unterstützen. Bis
dahin sind wir aber auf uns selbst gestellt.
Wir haben aber
auch dazu gelernt. Ich mache inzwischen sehr gern Öffentlichkeitsarbeit. Am
liebsten Zettelverteilen vor den Jobcentern. Man kommt mit verschiedenen Leuten
ins Gespräch. Manchmal ist das sehr unterhaltsam und sogar richtig lustig.
Einige von uns haben richtig was dazu gelernt. Ohne Scheu mit anderen zu
diskutieren. Frei sprechen. Einige die anfangs richtige Angst hatten führen
inzwischen richtige erfolgreiche Gespräche.
Aber inzwischen
wissen wir auch was nicht geht. Aktionen bei sehr schlechtem Wetter oder bei
Minusgraden bringen nicht viel. Schade um den Aufwand.
Wir werden
wieder richtig aktiv wenn die Sonne scheint und es wärmer wird.
Bis dahin lassen
wir die anderen, wie z.B. Prof. Werner für uns Öffentlichkeitsarbeit machen.
Sollten wir es
hier in Berlin schaffen und wenigstens in den Bereich der Wahlkostenerstattung
kommen, sollten wir mal praktisch über eine Zusammenarbeit reden. Bis dahin
habe ich leider auch nur gute Ratschläge.
Ich hoffe, Sie
lassen sich nicht entmutigen und bleiben weiter aktiv.
Mit freundlichen
Grüßen
XXXX