Deutsche Arbeitslosen Partei

Landesverband Berlin

 

 

An alle Parteien, die nicht im Berliner Abgeordnetenhaus vertreten sind und an alle Organisationen und Initiativen, die sich für mehr bzw. direktere Demokratie einsetzen.

 

Aufruf zu einer Initiative - Volksbegehren / Volksentscheid

 

Es sollte in einem demokratischem System eigentlich selbstverständlich sein, dass man auch den Willen der Bürger berücksichtigt, die den etablierten Parteien ausdrücklich nicht ihre Wahlstimme gegeben haben, indem sie eine andere, eine der nicht etablierten Parteien wählten.

 

Das waren bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 17.9.2006 immerhin ca. 190.000 Wähler.

 

Wir streben deshalb ein Volksbegehren bzw. einen Volksentscheid mit dem Ziel an, das Wahlrecht so zu ändern, dass die Parteien, die bei den Landtagswahlen mehr als 5% der Stimmen erreichen und damit ins Abgeordnetenhaus einziehen dürfen, nur soviel Abgeordnetenmandate erhalten, wie ihrem eigenen erzielten Stimmenanteil entspricht.

 

Das kann bei künftigen Wahlen z.B. dadurch geschehen, dass im Abgeordnetenhaus der Teil der Mandate, der dem Stimmenanteil entspricht, der durch die „sonstigen“ Parteien errungen wurde, nicht vergeben wird, sondern die entsprechenden Mandate frei bleiben.

 

Das könnte dadurch erreicht werden, dass die vorgesehene Mindestzahl von

130 Parlamentssitzen um die Zahl reduziert wird, die dem Stimmenanteil der  „Sonstigen“ entspricht. Die Verteilung der Parlamentssitze auf die etablierten Parteien nach deren Zweit- und Erststimmen würde dann von der reduzierten Mindestzahl aus erfolgen.

 

Bei der letzten Abgeordnetenwahl am 17.9.06 haben die „Sonstigen“ 13,7% der Zweitstimmen erreicht. Das wären, bezogen auf die Mindestzahl von 130 Mandaten,

ca. 18 Mandate. D.h. die Berechnung der Abgeordnetensitze für die etablierten Parteien würde nur noch von einer Mindestzahl von 112 Mandaten ausgehen.

 

Außerdem muss des Verhältnis von Direkt- zu Listenmandaten, das zurzeit. 60:40 beträgt (78 Direkt- und 52 Listenmandate) mindestens auf ein Verhältnis 50:50 geändert werden.

 

Da die Zweitstimme eigentlich die „Hauptstimme“ ist, müsste das Verhältnis sogar auf 60:40 zugunsten der Listenmandate umgedreht werden.

 

Dadurch kann verhindert werden, dass die etablierten Parteien über die Direktmandate die Minderung der Gesamtmandate im Sinne der „sonstigen“ Parteien wieder ausgleichen, d.h. unwirksam machen.

 

Praktisch würde dies nur über eine Reduzierung der Wahlkreise machbar sein.

 

Begründung

 

Es gibt immer wieder Bestrebungen, unterschiedliche kleine, neue Parteien zusammenzuschließen.

 

Damit wird die Hoffnung verbunden, dass man mit einem gemeinsamen Wahlantritt die 5%-Sperrklausel überspringen könnte.

 

Aber es wird kaum möglich sein, verschiedene Programme auf gleichberechtigter Ebene miteinander zu verbinden. Auch scheint es uns ein Irrtum, zu glauben, dass sich die von den einzelnen Parteien bisher erreichten Wählerstimmen automatisch addieren werden.

 

Vielleicht ist genau das Gegenteil richtig. Nicht kleine Parteien zusammenfassen, deren zusammengefasste Programme dann auch schon durch viele Kompromisse zu allgemein sind und dadurch die Nichtwähler auch nicht erreichen. Sondern viele kleine Parteien bilden, deren Programme die sehr unterschiedlichen Interessen und Probleme in der Bevölkerung abdecken, die dadurch bestimmte Zielgruppen und Protestwähler aktivieren können.

 

In absehbarer Zeit wird es keine neue Partei schaffen die 5%-Hürde zu nehmen. Wenn doch, ist das sehr schön für die Partei, sie wird wohl trotzdem nicht viel bewirken können.

 

Wir hoffen auf etwas anderes. Wenn die Wahlbeteiligung, d.h. die Zustimmung für die etablierten Parteien immer weiter zurückgeht, der Stimmenanteil der kleinen Parteien aber weiter steigt, könnte dies auch zu entscheidenden Veränderungen führen. Dann stehen die etablierten Parteien unter größerem Veränderungsdruck, als wenn es noch eine zusätzliche kleine Partei geben würde, die mit  5,1% ihre Wähler auch nur enttäuschen könnte.

 

Das Bemerkenswerte an der letzten Berliner Abgeordnetenhauswahl am 17.9.06 war der Stimmenanteil von 13,7% für die „sonstigen“ Parteien, bei einer Wahlbeteiligung in einigen Stadtbezirken von unter 50%.

 

Die 13,7% sind die eigentliche Gefahr für die etablierten Parteien. Wenn sie auch nicht viel darüber reden, wir denken, sie wissen es genau.

 

Auch die Tatsache, dass es keine „rechte“ Partei in Berlin geschafft hat, die 5%-Hürde zu nehmen und ins Abgeordnetenhaus zu kommen ist das Verdienst der vielen kleinen Parteien und nicht der 5 großen Parteien.

 

Zusammenschlüsse von kleinen Parteien sind in absehbarer Zeit in Berlin weder möglich noch notwendig.

 

Aber Zusammenarbeit der kleinen, neuen Parteien im Sinne einer demokratischen Mitbestimmung aller Bürger, die sich von allen etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen, scheint uns möglich. Selbst zwischen Parteien, die programmatisch Konkurrenten sind bzw. sogar gegensätzliche Interessen vertreten.

 

In diesem Sinne hoffen wir auf Unterstützung und Zusammenarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung eines entsprechenden Volksbegehrens bzw. Volksentscheides.

 

Dabei haben wir uns noch nicht auf eine genaue Formulierung der Forderung festgelegt. Darüber sind wir gerne bereit, mit anderen Interessenten und Unterstützern zu reden. Auch Ergänzungen sind noch möglich.

 

Da die nächste Wahl in Berlin erst Ende 2011 vorgesehen ist, ist für eine ernsthafte Diskussion noch ausreichend Zeit.

 

Berlin, 16.2.2007

 

www.deutschearbeitslosenpartei.de

eMail: neudenken@aol.com

Tel.: 0176-28 06 08 98

 

ZURÜCK