Beitrag im Forum zum BGE auf der WEB-Seite www.elew.de vom 16.1.06.

 

 

Entscheidend für das BGE ist der politische Wille

 

Bei der Deutschen Arbeitslosen Partei (DAP) ist das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ein Hauptthema in der Diskussion.

 

Deshalb gibt der folgende Text nicht die Meinung der DAP wieder - denn wir sind ja noch in der Diskussion und haben noch keine abgestimmte Meinung dazu - sondern soll ein Beitrag sowohl zur innerparteilichen Diskussion als auch zum Meinungsaustausch mit der Partei sozialgerechter Demokratie (PsgD) sein.

 

Einig sind wir uns, in der DAP, aber schon darüber, dass die Forderung nach einem BGE unsere Hauptforderung in unserem Wahlprogramm zur Landtagswahl am 17.9.06 in Berlin sein soll.

 

Einigkeit besteht wohl auch darüber, dass wir mit „bedingungslos“ ohne Arbeitszwang und ohne Bedürftigkeitsprüfung meinen. Zu zahlen an jeden Deutschen Staatsbürger von Geburt an, d.h. auch für Kinder.

 

Dabei geht es erstmal nur darum das BGE als politisches Ziel zu definieren. Wichtig ist noch nicht die Vorlage eines bis ins letzte Detail berechneten und nachgewiesenen Modells, sondern der politische Wille ein BGE einzuführen.

 

Für alle, die uns dafür kritisieren, dass wir noch kein nach ihrer Meinung schlüssiges Konzept mit genauen Berechnungen vorweisen können bzw auch gar nicht wollen, möchte ich auf die Durchsetzung von Hartz I-IV und die Einführung des Alg2 verweisen.

 

Beides war weder richtig durchdacht bzw zu ende gedacht, noch wirklich durchgerechnet. Was uns unsere hoch bezahlten Politiker mit ihren noch höher bezahlten Beratern da vorgeführt haben, war dermaßen dilettantisch, da fehlen mir die Worte.

 

Das hindert die Herren, und einige Damen, aber überhaupt nicht daran, sich unverdrossen als die „Leistungsträger“ dieser Gesellschaft zu fühlen und sich entsprechend großzügig aus Steuergeldern zu bedienen. Statt Reue und Scham Maßlosigkeit und Unverschämtheit gegenüber den Leidtragenden ihrer Politik.

 

Eine Gesellschaft, die sich eine solche schwache Politikerklasse und ein solches überbürokratisiertes Verwaltungs- und Beamtensystem mit allen ihren Privilegien leisten kann, muss sehr reich sein. Geld scheint genug da zu sein.

 

Die Frage ist nur, wie es verteilt wird. Aber bekommen wird nur der, der entsprechende Forderungen stellt.

 

Es ist schon erstaunlich, dass die Betroffenen, die Verlierer dieses Systems, alles so duldsam hinnehmen.

 

Die Privilegien im öffentlichen Dienst, die riesigen Pensionslasten der Beamten, die zu Zeiten versprochen wurden, als man noch an ewiges Wachstum und an die immerwährende Überlegenheit der deutschen Wirtschaft glaubte, werden kaum in Zweifel gezogen, obwohl der Staat angeblich pleite ist. Aber schlau wie sie sind, haben die öffentlich Bediensteten langfristig fast den halben Bundestag besetzt. Dadurch ist gesichert, dass für ihre Interessen immer genug Geld da sein wird. Notfalls werden dafür sogar zusätzliche Staatsschulden gemacht.

 

Diese Leute wissen was zu tun ist, wenn es um ihre Interessen geht

 

Würde der halbe Bundestag mit Leuten besetzt sein, die die Notwendigkeit eines BGE verstanden haben, würde das Geld dafür recht schnell zur Verfügung stehen.

 

Z.B. auch durch Abbau von Bürokratie. Ganze Behörden könnten eingespart werden. Die Verwaltung, Zuteilung und Kontrolle fast aller Sozialleistungen würde entfallen. Die Agentur für Arbeit ist schon lange reiner Selbstzweck. Auch viele Subventionen könnten abgeschafft werden, die dazu dienen, künstlich Arbeitsplätze zu erhalten, die eigentlich nicht mehr konkurrenzfähig sind (Steinkohle, Landwirtschaft).

 

Das würde natürlich voraussetzen, dass man nicht nur die Bürokratie abschafft, sondern auch die Bürokraten. Der, meiner Meinung nach, dümmste Satz zu diesem Thema kommt meist von SPD-Genossen und lautet: „Aber dann werden die ja auch arbeitslos“ oder „Aber dann gibt es ja noch mehr Arbeitslose“.

 

Die selben Genossen, die Millionen arbeitslosen Menschen die Lebensgrundlage entziehen, meist Frauen die verheiratet sind oder in einer Partnerschaft leben das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben absprechen, normalen Bürgern Sozialdetektive ins Haus schicken die dort durch die Schlafzimmer ziehen und in der Unterwäsche wühlen, diese Genossen finden es andrerseits normal, dass andere Menschengruppen Einkommensgarantien bekommen, natürlich ohne Arbeitszwang und Bedürftigkeitsprüfung.

 

Ich denke es ist nicht so wichtig immer neue Modelle für ein BGE zu entwickeln, darüber zu diskutieren oder sogar zu streiten. Viel effektiver wäre es eventuell im Sinne der Sache, wenn sich die verschiedenen Befürworter des BGE, die nicht an bestimmte Ideologien gebunden sind, darüber verständigen würden, ob sie Punkte finden können die sie miteinander verbinden.

 

Zum Beispiel der Eintrag von Herrn Matthias Dilthey von der PsgD am 6.12.05 hier in diesem Forum. Er schreibt: Einen Einstieg mache ich mit der von Vielen als provokant empfundenen PsgD-These von der "Gleichwertigkeit der Arbeit".

Ich weiß nicht wer die These von der  "Gleichwertigkeit der Arbeit" als provokant empfindet. Ich nicht. Ich glaube auch kein anderer in der DAP.

 

Siehe im Programm der DAP Pkt. 4.1“ Arbeit muß geteilt werden“ vorletzter Absatz.

 

Es ist vielleicht nicht gleich zu erkennen, aber in diesem Absatz ist letztendlich auch die "Gleichwertigkeit der Arbeit"  gemeint.

 

Durch die WEB-Seite der „elew“ habe ich von der Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ erfahren. Ich muß sagen, die Thesen dieser Initiative stimmen zu 90% mit meiner Meinung und der einiger Mitglieder der DAP überein.

 

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